Da sitzt man nun, hört ein sehr, sehr starkes Stück Musik, will das natürlich dem Rest der Welt mitteilen... und dann fehlen einem einfach die Worte.
Thomas Thielen veröffentlicht unter seinem Pseudonym "t" sein zweites Solowerk. Für mich der Erstkontakt mit diesem Künstler aus dem Dunstkreis der [progrock-dt]-Internet-Community (und ein Rezensenten-Kollege ist er auch noch). Sein Solo-Debüt habe ich genauso versäumt, wie das Album von Scythe, auf dem Thielen als Sänger und Gitarrist zu hören ist. Vergleiche darf also schon mal niemand erwarten. Ein Grund mit einer Meinungsäusserung etwas zu zögern...
Vergleiche gibt es nicht mit den vorigen Werken von t, aber auch sonst nicht. In meiner (nicht unbedingt kleinen) CD-Sammlung findet sich schlichtweg nichts, was ich so ohne weiteres mit diesem Werk vergleichen möchte. Ein Grund mit... na ja, ihr wisst schon ;-)
t baut eine düstere, intensive, beklemmende, aber auch beeindruckende Atmosphäre auf, die den Hörer vom ersten Ton an gefangen nimmt. t's Stimme, immer wieder mit Steve Hogarth verglichen (was ich, mangels genauerer Kenntnis desselben, weder bestätigen, noch dementieren kann), 'leidet' sich durch die Songs, ohne dabei allzu weinerlich, eher melancholisch-nachdenklich 'rüberzukommen.
Die vielschichtigen, bis ins kleinste durchdacht wirkenden, Kompositionen offenbaren nach und nach ihre Geheimnisse, Gimmicks und Vertracktheiten. Das ist auch beeindruckend, wirken die Songs doch zunächst eher einfach. Aber weit gefehlt... Gelegentliches bombastisches Aufbäumen setzt überraschende sinfonische Akzente in den Wüsten der Düsternis. Die kreischende E-Gitarre bügelt die Songs gegen den Strich. Und gegen Ende wird es sogar fast ein bisschen "jazzig"-schräg. Musik zum trauern, träumen, schwelgen, zuhören, vielleicht nicht unbedingt zum glücklich sein...
Beeindruckend sind überhaupt auch die instrumentalen Leistungen, die alle von t selbst erbracht werden. Piano, Keyboards, elektronische Klänge, Gitarren und gar Bass, der nicht wie programmiert wirkt, werden hochkompetent gespielt und zu diesem sehr typischen düster-melancholischen Klang verwoben. Das Schlagzeug scheint mir programmiert zu sein, aber hier passt das sozusagen wie die Faust aufs Auge, zumal die Programmierung über weite Strecke sehr gelungen ist. Gelegentliche Einsprengsel, die wie eine Violine oder ein Cello klingen, mögen auch elektronischen Ursprungs sein, klingen aber auch sehr transparent und echt.
Ein beeindruckendes, vielschichtiges, faszinierendes Werk, welches uns t hier beschert. Zum Schluss will ich doch noch einen Vergleich wagen... mich erinnert das immer wieder an Peter Gabriel, gerade, wenn ich an "Us" denke. Nach Talis, Poor Genetic Material ein weiteres spannendes Werk aus dem Kreis der sogenannten [progrock-dt]-Listenbands. weniger
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